{"id":352,"date":"2012-04-19T07:37:43","date_gmt":"2012-04-19T07:37:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/?p=352"},"modified":"2012-04-22T11:55:37","modified_gmt":"2012-04-22T11:55:37","slug":"der-tod-auf-dem-pflaumenbaum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/?p=352","title":{"rendered":"DER TOD AUF DEM PFLAUMENBAUM (Auftragsarbeit)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_353\" style=\"width: 233px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/aqua16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-353\" class=\"size-medium wp-image-353\" title=\"Bjoern Candidus - DER TOD AUF DEM PFLAUMENBAUM\" src=\"http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/aqua16-223x300.jpg\" alt=\" DER TOD AUF DEM PFLAUMENBAUM\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/aqua16-223x300.jpg 223w, http:\/\/www.bjoern-candidus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/aqua16-761x1024.jpg 761w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-353\" class=\"wp-caption-text\">Bjoern Candidus - DER TOD AUF DEM PFLAUMENBAUM<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: x-large;\"><strong>Der Tod im Pflaumenbaum <\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Von Gerd J. Pohl, nach einer \u00dcberlieferung aus Frankreich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es lebte einmal am Rande eines kleinen Dorfes eine g\u00fctige, alte Frau namens Katrin, die allen Menschen, die zu ihr kamen, half. Jeder, der an ihre T\u00fcr klopfte und Kummer und Sorgen hatte, wurde getr\u00f6stet, wurde vielleicht mit einigen Talern beschenkt und bekam etwas zu essen und zu trinken. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nEines Tages kam eine junge Frau zu Katrin und weinte f\u00fcrchterlich. \u201eMeine Tochter, die Anna \u2026 ganz pl\u00f6tzlich. Sie wollte nur \u00fcber die Stra\u00dfe gehen, und schon ist es passiert. Der Pferdewagen war viel zu schnell und konnte nicht mehr anhalten. Die Anna \u2013 sie war sofort tot.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zum ersten Mal in ihrem langen Leben wusste die alte Katrin nicht, wie sie helfen konnte, was sie sagen sollte. Sie nahm die junge Mutter einfach nur in die Arme, dr\u00fcckte sie ganz fest an sich und weinte mit ihr.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Jahre gingen ins Land, und es kamen noch viele Menschen zur alten Katrin \u2013 manche mit Kummer und Sorgen, manche auch mit ihren Freuden. Manche Menschen starben, andere wurden geboren. Aber die junge Mutter und die tote Anna, die konnte Katrin nie vergessen. Warum passiert so etwas nur? Was mag sich der Tod dabei denken, wenn er so ein junges M\u00e4dchen einfach aus dem Leben rei\u00dft?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nAls zehn Jahre vor\u00fcbergegangen waren, kam der Tod am Haus der alten Katrin vorbei, und er sprach: &#8222;Nun ist sie bald hundert Jahre alt, sie hat ihr Leben auf Erden gelebt, und heute werde sie mit mir nehmen.&#8220; <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und so trat der Tod in das Haus der Katrin. Als sie ihn sah, wurde sie sehr w\u00fctend, und sie schrie den Tod an: \u201e<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>Mich<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"> h\u00e4ttest Du damals gerne holen d\u00fcrfen, ich war ja bereits eine alte Frau. Aber warum \u2013 warum hast Du stattdessen die kleine Anna mitgenommen?\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Glaube mir\u201c, sprach der Tod mit ganz sanfter Stimme, \u201ees gibt f\u00fcr alles einen guten Grund.\u201c \u2013 \u201eAch, ich will Deinen guten Grund gar nicht h\u00f6ren!\u201c, schimpfte Katrin zur\u00fcck und drehte sich ver\u00e4rgert um.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Du warst immer so eine liebe und geduldige Frau.\u201c, sagte der Tod. \u201eEs w\u00e4re nicht richtig, Dich jetzt mitzunehmen, wo Du so w\u00fctend bist. Deswegen will ich Dir einen Gefallen tun und schenke Dir drei W\u00fcnsche.\u201c \u2013 \u201eDann w\u00fcnsche ich mir, dass die kleine Anna wieder lebendig wird.\u201c \u2013 \u201eDas geht nicht. Wer einmal im Himmel ist, will im Himmel bleiben. Es ist so sch\u00f6n dort, wei\u00dft Du?\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Katrin \u00fcberlegte kurz und meinte dann: \u201eDu, Tod \u2013 ich wei\u00df, was ich mir w\u00fcnsche. Drau\u00dfen in meinem Garten, da steht ein wundervoller Pflaumenbaum. Steig hinauf und pfl\u00fccke mir die gr\u00f6\u00dften Pflaumen \u2013 sie sind jetzt reif, und ich esse sie doch so gerne. Ich will nur noch einmal diese s\u00fc\u00dfen Pflaumen schmecken, und dann k\u00f6nnen wir gehen.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schnell ging der Tod in den Garten, kletterte auf den Pflaumenbaum hinauf, pfl\u00fcckte ein paar der gr\u00f6\u00dften Pflaumen und wollte wieder herunter. Doch die alte Katrin rief: &#8222;So, mein Lieber, und jetzt mein zweiter Wunsch: Ich w\u00fcnsche, dass Du nie wieder von diesem Baum herunter kannst. Du sollst dort oben bleiben, damit die Menschen Dich nicht mehr f\u00fcrchten m\u00fcssen!&#8220; <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und der Tod konnte sich noch so ereifern, er konnte noch so drohen, bitten, schreien, wettern, klagen und heulen \u2013 es war ihm nicht mehr m\u00f6glich, vom Pflaumenbaum herunterzukommen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nNun vergingen sechs Monate, acht Monate, zehn Monate, ein ganzes Jahr auf Erden, ohne dass jemand starb, weil der Tod ja auf dem Pflaumenbaum festsa\u00df. Doch um die alte Katrin herum wurde es einsam, weil sich niemand mehr zu ihr traute: Denn jeder Besucher musste auf seinem Weg in ihr Haus durch den Garten und an dem Pflaumenbaum vorbei, auf dem der Tod hockte und von Tag zu Tag immer \u00e4rgerlicher wurde und aus Leibeskr\u00e4ften schimpfte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Endlich lie\u00df sich Frau von einem besonders mutigen Maurer eine Hintert\u00fcre einbauen \u2013 durch die konnten die Menschen nun zu ihr gelangen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eines Tages klopfte es, und ein uralter Mann stand vor der T\u00fcre. Katrin bat ihn herein, denn sie sah, dass er gro\u00dfe Sorgen hatte. Dicke Tr\u00e4nen kullerten \u00fcber sein Gesicht: \u201eMeine Frau \u2013 es geht ihr so schlecht. Seit Monaten bereits ist sie krank, kann nicht mehr gehen und stehen, kann kaum noch atmen, und wenn sie etwas essen will, hat sie entsetzliche Schmerzen. Eigentlich will sie nur noch eines \u2013 in den Himmel. Aber sie kann nicht sterben \u2013 der Tod, der sitzt ja auf Deinem Pflaumenbaum. Bitte: W\u00fcnsch ihn wieder herunter. In Gottes Namen!\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da hatte Katrin Mitleid. Sie schickte den alten Mann nach Hause und versprach ihm, dass seine Frau bald schon werde sterben d\u00fcrfen. Dann ging sie in den Garten und w\u00fcnschte den Tod vom Pflaumenbaum herunter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Ich wei\u00df, dass ich die Erste bin, die Du nun mitnimmst. Aber versprich mir, dass Du danach sofort zu der kranken Frau gehst, ja?\u201c \u2013 \u201eVersprochen.\u201c, antwortete der Tod und legte seinen Arm um die alte Katrin. \u201eAber eine Frage noch: Warum hast Du damals die kleine Anna so pl\u00f6tzlich geholt?\u201c Der Tod antwortete: \u201eDas musste ich tun. Die Anna war schwer krank, das hat nur noch niemand gewusst. H\u00e4tte ich sie nicht mitgenommen \u2013 ihr Leben w\u00e4re ganz schlimm geworden. Sie h\u00e4tte gelitten und gelitten, viele Jahre lang. Jetzt ist sie sehr gl\u00fccklich und lacht viel. Komm! Wenn Du magst, kannst Du sie ja selbst fragen \u2026\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Der Tod im Pflaumenbaum Von Gerd J. Pohl, nach einer \u00dcberlieferung aus Frankreich. 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